Leitgedanken November 2017

„Du sollst den Geringen nicht begünstigen in seiner Sache.“ (2.Mose,23,3)

Hoppla! Da war doch eben ein Schlagloch. Regelrecht gerummst hat es beim Lesen. Lesen wir nochmals: „Du sollst den Geringen nicht begünstigen in seiner Sache.“ Das ist ja ein ganz anderer Ton hier, als wir Christen es so gewohnt sind. Wir haben ein Muster im Kopf, das aufgerufen wird: dem Geringen, Schwachen muss geholfen werden, ja man kann auch einen Vorsprung geben. Dies Grundmuster ist im Neuen Bund, den Jesus mit uns geschlossen hat, festgeschrieben: „… und das Geringe vor der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt, das, was nichts ist …“ (1.Kor.1,28).

Nun, nüchtern betrachtet, mahnt das Gebot natürlich, dem Geringen vor Gericht keinen Vorteil zu gewähren, nur weil er auf der Schattenseite des Lebens steht.

Jesus hat solche Schicksale keinesfalls bemitleidet oder ihnen gar einen Vorsprung gegeben. Nein, er hat sie herausgefordert! Den blinden Bartimäus, der laut rufend hinter ihm hertapste, fragte er klipp und klar: „Was willst du, das ich dir tun soll?“ „Rabbuni, dass ich sehend werde.“ Jesus aber sprach zu ihm: „Geh hin, dein Glaube hat dir geholfen.“ Und sogleich wurde er sehend … (Mark.10,51.52). Ein Blinder mit Charakter, Stärke und Ehre!

Es gibt allerdings eine verlogene Schwäche und Minderwertigkeit, die im Reich Gottes keinen Platz hat. Jener dritte Knecht, der ein Pfund empfangen hatte und es vergrub, weil er seinen Herrn als harten Mann fürchtete, erlitt ein strenges Gericht. Und die Pharisäer und Schriftgelehrten verachteten seinerzeit, was Gott ihnen zugedacht hatte und ließen sich von Johannes nicht taufen. Eine kindische Generation, nannte Jesus sie und, meint nicht, im Gericht einmal sagen zu können, wir haben dir doch auf der Gasse gespielt und mit dir getanzt!

In einem Traumgesicht sah ich einmal die Gemeinde und eine schluchzende Frau vor mir. Ihr galten alle Aufmerksamkeit und Mitgefühl. Doch sie weinte und schluchzte weiter. So ging das lange Zeit. Plötzlich stand die Gemeinde wie ein Mann auf und verließ den Raum. Verblüfft schaute die Frau auf, hörte zu weinen auf und schlich hinterher. Zu mir aber sprach der Herr: Nichts als Goldtränen! Begünstige nicht den Geringen!

 

 

Gottes Segen!

Klaus und Ruth Schonhardt

 

 

 


Jesus zog die Straße von Galiläa nach Jerusalem hinauf. Da begegneten ihm zehn aussätzige Männer. Die Aussätzigen galten als unrein; sie waren vom Heiligtum und von der Gemeinschaft ausgeschlossen und mussten draußen vor dem Dorf in einer Hütte ihr elendes Leben führen. Aber nun kamen sie hervor, blieben von weitem stehen, reckten die Hände aus und riefen: Jesus, lieber Meister, erbarme dich unser! Jesus trat zu ihnen und sprach: Geht hin und zeigt euch den Priestern! Und indem sie hingingen, wurden sie rein.

Einer aber unter ihnen, da er sah, dass er geheilt war, kehrte um und pries Gott mit lauter Stimme und fiel vor Jesus nieder und dankte ihm. Der Mann aber war ein Samariter. Der Herr sprach:Sind nicht zehn rein geworden? Wo sind aber die neun andern? Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrte und gäbe Gott die Ehre, als dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin: dein Glaube hat dir geholfen.

 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code