Leitgedanken Januar 2023

Der Älteste an die auserwählte Frau und ihre Kinder, die ich lieb habe in der Wahrheit, und nicht allein ich, sondern auch alle, die die Wahrheit erkannt haben, um der Wahr-heit willen, die in uns bleibt und mit uns sein wird in Ewigkeit.“  (2.Johannes 1,1-2)

Liebe Gemeinde, lieber Leser, etwa im Jahr 90 schrieb der Apostel Johannes diesen kurzen Brief an eine hochgestellte, christliche Frau und deren Kinder. Wie alle anderen neutestamentlichen Briefe ist auch dieses Schreiben ein unschätzbares historisches Dokument des ersten Jahrhunderts. Hier einige Ereignisse aus jener Zeit:

-> 64 n.Chr. Der Brand Roms unter Nero. -> Etwa 67 Martyrium des Apostels Paulus. -> Drei Jahre später wird Jerusalem von Titus` Legionen belagert und eingenommen. Bei Abfassung unseres Briefes war Jerusalem also schon 20 Jahre zerstört, der Tempel vernichtet, die Juden versklavt und zerstreut. -> 79 n.Chr. Ausbruch des Vesuvs, Vernichtung von Pompeij. 16 000 Menschen kommen um. 

Während all dieser Jahrzehnte seit dem Jahr 33 geschah aber noch etwas: eine verführerische Irrlehre breitete sich aus:

 >Was ihr mit eurem Leibe macht, hat keinen Einfluss auf Seele und Geist< 

Und: 

>Christus ist als Geistwesen in einem schwachen Leib der bösen Materie gewandelt<

Diese Lehre verführte zu ausschweifenden und verantwortungslosen Lebensweisen.

Darauf geht Johannes aber nicht weiter ein. Er erinnert an den dem Nächsten zugewandten Lebenswandel: Vers 6: „Und das ist die Liebe, dass wir wandeln nach seinem Gebot; …“ Warum wohl? Weil Christus die Leiber (böse Materie!?) gebrechlicher und kranker Menschen als wertvoll erachtet, berührt, aufgerichtet und geheilt hat!

Übrigens erkenne jeder die falsche Lehre genau daran, ob sie besagt, dass Jesus Christus Mensch geworden ist oder nicht, ob „…er in das Fleisch gekommen ist.“ (V7)

Das richtige Bekenntnis zu Jesus Christus als Mensch gewordener Gottes Sohn und Seiner Lehre der Nächstenliebe ist so entscheidend, dass Johannes weiter schreibt: „Wer übertritt und bleibt nicht in der Lehre Christ, der hat keinen Gott; wer in der Lehre Christi bleibt, der hat beide, den Vater und den Sohn.“ (V9)

Ein gesegnetes neues Jahr euch allen! 

Klaus und Ruth Schonhardt