Leitgedanken April 2020

„Weil du mich gesehen hast, Thomas, so glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!“ (Joh. 20, 29)

Lieber Leser, liebe Gemeinde, das abgebildete Gemälde wurde vor Jahren von einer meiner Töchter mit großer Begeisterung und Sorgfalt gestaltet. Doch bald riss irgendwie der künstlerische Faden.

„Was möchte ich eigentlich malen?” war plötzlich die Frage.

Der Alltag verschluckte jeglichen kreativen Pinselstrich und so blieb das recht große Gemälde bald irgendwo in einer Ecke des Hauses stehen. Ich selbst stand hin und wieder davor und stellte mir einmal einen Hamster im grünenden Feld darin vor, dann einige Insekten, eine Feldlerche, dann einige Hütten vor einem Dschungel. „Daraus muss doch noch was zu machen sein”, sagte ich meiner Tochter immer wieder, „Etwas Ganzes, Passendes. Jetzt nimm’ den Pinsel und mach’ es endlich fertig.“

Ich sehe darin ein Gleichnis. Was wir noch nicht sehen, sollen wir glauben. Über den Glauben sollen wir mit kräftigen Pinselstrichen das Gemälde des Heils vollenden. Alles andere ist schon ausgemalt. Wir glauben, darum sehen wir! „Was möchte ich eigentlich sehen?“ ist da die Frage.

Bringen deine Glaubensstriche den auferstandenen Jesus hervor, um das göttliche Bild zu vollenden?

Der „ungläubige Thomas“ stand jedenfalls wütend vor dem Gemälde. Leid, der Tod des Herrn, Verachtung, Versagen, Grauen, Furcht und das Ende. „Jesus als Lebenden soll ich da reinmalen? Auf keinen Fall!“

Der Herr selbst half ihm dann, das Bild zu vollenden. Thomas durfte Jesus nach der Auferstehung sehen und berühren. „Mein Herr und mein Gott!” war sein Ausruf.

(Nebenbei: so sieht das vollendete Gemälde meiner Tochter schließlich aus. Ein Einblick ins Aquarium)

Jesus ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!

Klaus und Ruth Schonhardt

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